«Führungskultur im Unternehmen»

Was hat denn ein Besteckkasten in der Küche mit Lean oder Führungskultur im Unternehmen zu tun?

von Rudi Münch

Kurze Einführung:

Wenn ich zurück an meine Kindheit denke hatte meine Mutter die Hoheit der Küche. Da hatte alles seinen Platz. Als Kind durfte ich helfen beim Backen. Irgendwie war alles notwendige vorhanden. Beim Abwasch durfte ich helfen und alles zurücklegen. Ich hatte am Anfang auch Spaß, bis es zur Routine wurde.

Es gab auch die Zeit, da hatte man sich beim Abwasch ausgetauscht. Geplaudert über „dies und das“. Das hat sich dann mit der Spülmaschine irgendwie geändert. Die Maschine ist ja effizienter und man schafft zeitlichen Freiraum andere Dinge zu tun.

Der Besteckkasten aus Holz in der Schublade ist geblieben und war immer gleich sortiert mit sauberem Besteck. 

Was hat das mit Lean zu tun?

Schauen wir etwas genauer hin, im eigenen Zuhause:

  • Weshalb liegt in einem Besteckkasten nur das saubere Besteck?
  • Warum liegt die Gabel nur an einer Stelle bzw. sortiert?
  • Wie werden Teile vorher gereinigt?
  • Wer hat den Prozess festgelegt?

Hier wird jeder für sich bestimmt eine Antwort finden. Auch wird jeder einzelne wissen wer sich beschwert, wenn der Prozess nicht eingehalten wird.

Denken wir das mal im Kontext LEAN:

  • Jeder kann das Besteck sofort nutzen und hatte bereits vorher erkannt, ob ein Mangel vorliegt und entsprechend gehandelt.
  • Das Suchen entfällt, da sortiert wurde und somit eine schnelle Übersicht gewährleistet ist. Sogar der Bestand ist erkennbar.
  • Es gibt eine Methode der Reinigung die sich bewährt hat – Abwasch oder Geschirrspüler.
  • Der Prozess wurde praktisch vorgelebt (durch die Eltern) und immer wieder verbessert.

Warum machen alle mit:

  • Zeitgewinn mit einem effektiven Prozess
  • Jeder kann den Prozess erkennen (auch unterbewusst) und die Notwendigkeit verstehen
  • Besteck ist immer verfügbar für jeden, der es benötigt
  • Vielleicht auch weil jemand schimpft, wenn der Ablauf nicht eingehalten wurde oder gar nicht durchgeführt wurde und damit zu mehr Aufwand wird

Der Prozess wurde bereits im Kindesalter erlernt, von den Eltern abgeschaut und immer wieder verbessert.

Macht es dann nicht auch Sinn im Unternehmen darauf zu achten, dass

  • Prozesse und Routinen etabliert sind die jeder verlässlich wiederholen kann;
  • Prozesse einfach und verständlich sind;
  • es jederzeit erkennbar ist, wenn der Ablauf stockt und gehandelt werden muss.

Was sollte LEAN für ein Unternehmen sein?

Lean bedeutet die Verwendung eines ganzheitlichen Ansatzes, der eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung aufbaut:

Die Gestaltung des Produktions- und Geschäftsprozesse für einen sichtbaren Wertfluss, in der jeder

  • den „Wertfluss im Prozess“ sieht;
  • seine Rolle in diesem Prozess versteht;
  • an seiner Verbesserung beteiligt ist und
  • in der Lage ist, ihn zu reparieren, wenn er zusammenbricht.

Wie am Beispiel des Besteckkastens in einfacher Form spielt es keine Rolle,

  • ob wir von der Büroküche reden („Wer hat den wieder alles stehen gelassen?“)
  • ob wir von der Fertigungsmaschine reden („Muss wieder Spannmittel oder Werkzeuge suchen!“) oder
  • ob im Büro („Wo ist denn wieder die Datei abgelegt- da hat ein Kunde angefragt?“).

Der entscheidende Punkt ist für ein Unternehmen, die notwendige Kultur zu schaffen. Das geschieht in der Einbindung aller, in der jeder seine Rolle kennt und seine Kompetenz erweitert und gefördert wird. 

Aus meiner Erfahrung wird – für einen langfristigen Erfolg – die Führungskraft benötigt als

  • ein authentisches Vorbild
  • der den Sinn vermittelt
  • der als Coach agiert – Talente fördert, motiviert und inspiriert
  • aber auch Wertschätzung anderen gegenüber schätzt und pflegt

Die Mitarbeiter, Teams und Manager sind in solch einer Kultur offener und entwickeln sich und das Unternehmen stets weiter.

Zusammenfassung:

Kommen wir wieder zurück zum Besteckkasten: Er zeigt bildlich, dass Lean und viel andere Methoden und Konzepte nicht Neues sind. Die Kultur, die auch jeder zuhause erleben konnte, macht den Unterschied und ist unterschiedlich je Familie. Sie regelt das Zusammenleben.

Es ist ebenfalls wichtig, wie zuhause einen Prozessverantwortlichen zu haben – am Anfang bei mir meine Mutter – und dass jeder im Team selbstverantwortlich den Richtlinien und Prozessen folgt und daran teilnimmt, diese zu verbessern.

Diese geschafften Freiräume sollte dafür genutzt werden, die nächste Stufe zu erreichen.    

Fazit:

Die Unternehmenskultur sollte einen sehr hohen Stellenwert haben. Sie schafft die Bindung mit und zwischen den Mitarbeitern, um das Bestmögliche zu erreichen, um sich und das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Rudi Münch Consulting

Strategiegespräch

Entdecke deine Wachstumspotenziale: Erfahre, wie ein massgeschneiderter strategischer Ansatz deinem Unternehmen helfen kanns, sein volles Wachstumspotential zu erschliessen.